Mai 14

Die Kunst der modernen Kalligraphie – PART II

REZENSION: HANDLETTERING ALPHABETE – DAS ÜBUNGSHEFT

Vor einiger Zeit habe ich euch hier ausführlich über den Handlettering-Workshop bei „hello honey“ in Nürnberg berichtet. Als Ergänzung und Erweiterung für alle, die tiefer in das Thema einsteigen wollen, möchte ich euch nun das Buch „Handlettering Alphabete – Das Übungsheft“ von Tanja „Frau Hölle“ Cappell vorstellen, in das ich für euch reinschnuppern durfte.*

 

Handgemachte Letterings sind aktuell ein absolutes Trendthema. Nicht nur bei der Gestaltung der eigenen Hochzeit geben sie Papeterie und Deko eine große Portion Individualität. Auch unseren Alltag können wir mit bewusstem „Schönschreiben“ ein Stückchen kreativer gestalten. Außerdem entschleunigt und entspannt die bewusste Konzentration auf jeden einzelnen Buchstaben ähnlich gut wie eine Yoga-Übung – fernab von Monitoren und dem uns umgebenden Schnickschnack. Alles was du brauchst ist ein Blatt Papier, ein Stift und etwas Ruhe und Geduld.

 

„Jeder kann lettern…“

Mit diesen Worten beginnt „Frau Hölle“ das Vorwort ihres Buches, das auf den ersten Blick sehr elegant daher kommt. Das Softcover erinnert ein klein wenig an Schulhefte und lädt dadurch ein, es nicht unbedingt wie ein Buch zu behandeln, sondern wirklich zu benutzen!

Es gibt das Übungsbuch in einer Variante mit einem schwarzen Tombow Dual Brush Pen mit zwei verschiedenen Spitzen. Die eine Seite besitzt eine feste Rundspitze für einfache Handletterings, mit denen das Buch startet. Die andere Seite hat eine weiche Pinselspitze für die sogenannten Brushletterings, die im späteren Verlauf des Buches beschrieben werden. Mit dieser „Ausstattung“ könnt ihr sofort mit den ersten Übungen beginnen, ohne euch vorher noch im Laden den Kopf über die richtige Stiftauswahl zerbrechen zu müssen.

Das Buch und die darin vorgestellten Schriften bauen sehr strukturiert Stück für Stück auf einander auf.

 

 

Handlettering als perfekter Einstieg in die Welt der Schriften

Los geht es im Kapitel „Hand Lettering“ mit einer kurzen Einführung in das Thema, praktischen Tipps und ganz einfach umzusetzenden Vorübungen jeweils für die Druck- und Schreibschriften.

Trotz ihrer Einfachheit werden euch die Vorübungen möglicherweise bei der ersten oder zweiten Ausführung etwas schwerer von der Hand gehen – mit ein klein wenig Geduld werdet ihr aber Stück für Stück eine Verbesserung feststellen.

 

Jede Übung ist identisch aufgebaut: Als erstes ist die Übung oder der Buchstabe als Muster schwarz abgedruckt. Kleine Pfeile zeigen euch dabei die richtige Linienführung. Im folgedenden findet ihr die schwarz gedruckte Übung noch ein paar mal ausgegraut – diese ausgegrauten Linien könnt ihr im ersten Step nachziehen, um ein Gefühl für Abstände, Neigungen und Schwünge zu bekommen. Anschließend ist die Zeile mit Hilfslinien weiter geführt, in denen ihr den Buchstaben weiter frei üben könnt.

 

Der erste praktische Schritt nach den Vorübungen im Buch ist das bewusste Schreiben simpler Druckbuchstaben (Sans-Serif-Alphabeth). Beim praktizieren dieses ersten Alphabethes könnt ihr die ersten Erfolge verzeichnen, ohne Scheu haben zu müssen, ihr könntet daran verzweifeln.

Im folgenden zeigt euch Tanja ein paar Möglichkeiten, diese Buchstaben zu variieren: durch Verschieben der Mittellinie, Ansetzen von Schatten, Verändern von Höhe und Breite, Hinzufügen von Ausnahmen (z.B. hochgestellte Buchstaben) oder in Form einer Blockschrift mit unterschiedlichen Verzierungen der Innenräume.

Als weitere „Ausbaustufe“ stellt sie im Anschluss die Serifen (Querlinien am Ende der Buchstabenstriche) in unterschiedlichen Formen (Serif- Alphabeth) und eine Variation der Blockschrift mit Serifen vor.

Die einzelnen Übungsalphabethe werden zwischendurch immer wieder durch Ideen für Verzierungen aufgelockert.

Nachdem ihr mit den Druckbuchstaben ein gutes Gefühl für Stift und Papier entwickeln konntet, geht es mit einem ersten Alphabeth in Schreibschrift (Script-Alphabeth) weiter. Die Vorübungen dazu findet ihr am Anfang des Kapitels. Auch hier erklärt Tanja die richtige Herangehensweise und was ihr beim Verbinden der einzelnen Buchstaben beachten müsst.

Außerdem folgt auch hier eine Variante: das sogenannte Faux-Calligraphy-Alphabeth. Dieser Schriftstil bildet die Brücke zwischen Hand Lettering und Kalligraphie und ist somit die perfekte Überleitung zum zweiten Kapitel „Brush Lettering“.

 

Brush Lettering als moderne Form der Kalligraphie

Für das Brush Lettering benötigt man einen Pinselstift – den sogenannten Brush Pen. Für den Anfang könnt ihr natürlich den mitgelieferten Tombow Dual Brush Pen auf die Seite mit der Pinselspitze drehen – später könnt ihr euch aber auch durch die Palette verschiedenster Hersteller wie Faber-Castell oder Pentel durchprobieren, um euren Lieblingsstift zu finden.

Nach einem kurzen Exkurs zur richtigen Stifthaltung geht es auch hier erst einmal mit Aufwärmübungen los. Diese sind besonders wichtig! Sie helfen euch, die flexible Pinselspitze kennen zu lernen und zu kontrollieren. Dabei werden Abstriche mit viel Druck ausgeführt, sodass starke Linien entstehen. Aufstriche werden ohne Druck ganz fein gezeichnet. In den anschließenden Rundungen und Schwüngen versucht ihr, diese Linienstärken dann sanft ineinander übergehen zu lassen.

Die Aufwärmübungen bilden die ersten Grundfragmente eines Alphabeths, dass schon etwas mehr Übung erfordert. Wenn ihr Schritt für Schritt vorgegangen seid, sollte aber auch das euch nicht überfordern – nach einer Weile werdet ihr von den Ergebnissen begeistert und sehr stolz auf das sein, was ihr geschafft habt!

Auch zu dem großen Brushlettering Apphabeth gibt es eine Variante mit noch zarteren Verzierungen, die ihr mit einem feineren Brush Pen ausführen könnt.

Am Ende des Buches findet ihr noch ein Blanko-Blatt mit Hilfslinien, das ihr euch kopieren und auf dem ihr frei üben könnt.

 

Mein Fazit

Das Buch eignet sich super als Einstieg in das Hand- und Brush Lettering – oder auch als Weiterführung nach einem Workshop, wie dem von „hello honey“.

Es ist sehr logisch und konsequent aufeinander aufgebaut ohne zu überfordern. Auch die eingeschränkte Anzahl der verschiedenen Schriftvarianten trägt für mich dazu bei, dass es nicht zu viel wird. Die Art und Weise der kurzen Texte motivieren zum Weitermachen.

Die einzige Gefahr durch die genau festgelegten Vorlagen ist einzig, dass die Entwicklung einer EIGENEN Handschrift etwas eingeschränkt wird. Dafür bedarf es meiner Meinung nach allerdings einer persönlichen Anleitung, die ein Buch einfach nicht leisten kann. Deshalb empfehle ich euch einen vorherigen Workshop. Danach eignet sich das Buch allerdings super für regelmäßige Übungen und zur Erweiterung eures Reportoires.

Die gelungene, gradlinige Gestaltung des Buches lässt eine Konzentration auf die einzelnen Buchstaben zu. Außerdem macht die schöne Aufmachung einfach Lust, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Wenn euch das Fieber gepackt hat, könnt ihr euch in dem passenden Buch HANDLETTERING ALPHABETE – SCHRITT FÜR SCHRITT ZUR EIGENEN SCHÖNSCHRIFT, das ebenfalls im EMF-Verlag erschienen ist, von vielen weiteren Ideen und Schriften inspirieren lassen. Außerdem ist eine Fortsetzung im kommenden Sommer geplant.

 

 

Über die Autorin

Tanja „Frau Hölle“ Cappell ist Lettering Artist und Coach aus München. 2014 entdeckte sie die Liebe zu schönen Buchstaben und der kreativen Schriftgestaltung und lettert seitdem mit Stift, Pinsel und Feder. Ihre Inspirationen und neuen Ideen teilt sie dabei auf ihrem Blog und Social Media Kanälen (über 80.000 Follower auf Instagram) mit der ganzen Welt. Mit dem „Frau Hölle Studio“ hat Tanja sich 2016 selbständig gemacht und gibt ihre Lettering-Leidenschaft seitdem regelmäßig in Live-Workshops und Online-Tutorials an eine wachsende Community weiter. Mit ihren „Lettering Guides“ und dem Bestseller-Buch „Hand Lettering Alphabete“ hat sie Standardwerke zum Erlernen von Hand Lettering geschaffen.

www.frauhoelle.com
www.instagram.com/frauhoelle

 

 

Quelle Infobox: EMF-Verlag

 

 

 

*Gesponserter Post. Der EMF-Verlag hat mir auf Anfrage ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dieser Post beinhaltet nur meine ehrliche und persönliche Meinung zum Produkt.

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