Hochzeitsbräuche: Blumenkinder

Für dich soll’s rote Rosen regnen – Teil I

Einer meiner liebsten Hochzeitsbräuche ist es, wenn vor dem Brautpaar beim Auszug aus der Kirche bunte Blütenblätter von den Kindern der Familie gestreut werden. Es ist eine schöne Zeremonie, sieht auf den Hochzeitsfotos bezaubernd aus und ist einfach umzusetzen – und welche Frau möchte nicht gern einmal in ihrem Leben über einen Blütenteppich schweben?

 

Die Bedeutung des Brauches

Dieser Brauch zählt zu einem der ältesten Hochzeitsbräuche überhaupt. Er ist heidnischen Ursprungs und soll durch den Duft der Blütenblätter die Fruchtbarkeitsgötter anlocken, die dem Brautpaar einen reichen Kindersegen bescheren sollen.

Auf einigen Hochzeiten wird statt Blütenblättern Reis geworfen – auch dieser ist ein Symbol für Fruchtbarkeit.

 

Wer kann Blumenkind sein?

Blumenkinder

Blumenkinder sind normalerweise Kinder im Alter von 3-9 Jahren aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis. Ihr könnt kleinere Kinder leichter mit einbinden, wenn sie zum Beispiel von einem älteren Geschwisterkind, oder auch von einem Cousin oder einer Cousine begleitet werden, die sie gut kennen. Rechnet aber auch damit, dass gerade den Kleinsten der Trubel an der Hochzeit dann doch zu viel werden könnte.

Bittet die Eltern, den Blumenkindern zu erklären, was ihre Aufgabe ist und sensibilisiert sie am Besten auch dafür, dass sie selbst dann, wenn der große Augenblick gekommen ist, den Kindern die Bühne überlassen sollten.

Denn Erwachsene sollten nach Möglichkeit beim Auszug aus der Kirche nicht vor euch rumspringen, nur weil ein Schleifchen nicht richtig sitzt oder sie der Meinung sind, ihre Kleinen würden es nicht richtig machen. Wenn die Aufmerksamkeit einem eurer Blumenkinder zu viel wird, dürfen die Eltern den Knirps natürlich aus dem Trubel befreien.

Denkt bitte daran, dass es für die Kleinen etwas Besonderes ist, Blumenkind zu sein! Wenn es in einer Familie mehrere Kinder gibt, fragt also alle Geschwisterkinder, ob sie diese wichtige Aufgabe übernehmen wollen und achtet darauf, dass keines der Kinder sich ausgeschlossen fühlt!

Für die größeren Kinder könnt ihr auch noch andere Aufgaben verteilen: als Ringträger, zum Tragen und Überreichen der Hochzeitskerze oder zum Halten der Schleppe.

Über ein Lob nach der Trauung und ein kleines Dankeschön freut sich übrigens jedes Kind!

 

Was ihr vorbereiten könnt

Die Blütenblätter bekommt ihr – meist sogar kostenlos – von eurem Floristen oder eurer Gärtnerei, denn hier können auch abgeknickte Blüten verwendet werden, die andernfalls im Abfall landen müssten. Wenn ihr möchtet, könnt ihr die Farbe der Blütenblätter auf euren Brautstrauß abstimmen.

Blumenkinder

Wenn ihr die Körbchen für die Blüten nur leihen möchtet, fragt beispielsweise bei eurer Floristin nach, ob diese Möglichkeit besteht.

Wenn ihr die Zeit dazu habt, könnt ihr mit den Kindern für die Blütenblätter auch selber kleine Webkörbchen flechten. Eine einfache Anleitung reiche ich in einem weiteren Blogbeitrag nach. Natürlich könnt ihr die Körbchen auch kaufen.

Eine Alternative zu den Körbchen sind zum Beispiel Spitztüten aus Papier, die man einfach selber „rollen“ kann. Was mir aber besonders gut gefällt, sind Tütchen aus Transparentpapier oder einfache Butterbrottüten, die ihr mit der Nähmaschiene verschließen könnt. Diese Tütchen lassen sich außerdem schön dekorieren indem ihr zum Beispiel noch ein Kärtchen mit euren Initialien mit fest näht, oder sie mit einem Stempel verziert.

Für die Blumenmädchen gibt es wunderschöne Kleider, z.B. von Emmerling, die ihr in dem Brautmodengeschäft eures Vertrauens oder in einigen Onlineshops bestellen könnt. Allerdings solltet ihr für solche Kleider die Kosten übernehmen. Wenn ihr auf die kleine Mini-Bräute verzichten könnt, solltet ihr aber auch in Absprache mit den Eltern im eigenen Kleiderschrank der Kinder etwas passendes finden. Wichtig ist, dass die Kleinen sich in den Sachen wohl fühlen und sich auf ihren großen Auftritt konzentrieren können!

Besonders schön finde ich es, wenn für die Mädchen Blumenkränze (selbst gebunden oder beim Floristen bestellt) vorbereitet werden – es sieht bezaubernd aus und die Mäuse fühlen sich wie Prinzessinnen. Fragt aber besser vorher nach, ob sie einen Blumenkranz tragen wollen. Bei den Jungs ist ein kleiner Blumenanstecker (wie der des Bräutigams als Miniaturversion) sehr schick.

 

Worauf ihr achten solltet

Solltet ihr diesen Brauch auf eurer Hochzeit pflegen wollen, informiert euch vorher (am Besten gleich bei der Anmeldung eurer Trauung), ob das Streuen von Blütenblättern oder das Werfen von Reis erlaubt ist! Gebt diese Info am Besten auch an eure Gäste weiter. Bei unserer kirchlichen Trauung durften in der Kirche keine Blütenblätter gestreut werden, da die empfindlichen, historischen Böden und Teppiche vor Flecken bewahrt werden sollten – vor der Kirche war es aber erlaubt. Falls das Streuen grundsätzlich nicht erlaubt ist, wäre das Auslegen eines Hochzeitsteppich möglicherweise ein Kompromiss, den ihr Online (zum Beispiel bei Primaflor) oder beim Veranstaltungsverleih kaufen oder mieten könnt. Sprecht darüber mit dem zuständigen Standes- oder Pfarramt.

Eine schöne Alternative sind Seifenblasen, außerdem eignen sich beispielsweise Luftschlangen, Konfetti oder andere Streudeko.

Bittet vor eurer Hochzeit einen (oder mehrere) eurer Gäste, nach euch dafür zu sorgen, dass ein möglicherweise entstandenes „Schlachtfeld“ gleich wieder beseitigt wird. Denkt daran, dass nach eurer eigenen eventuell noch eine weitere Hochzeit stattfinden könnte, oder dass bei Regen Rutschgefahr bestehen kann. So erspart ihr euch auch, dass nach eurer Hochzeit eine Reinigungsgebühr der Stadt- oder Kirchengemeinde fällig werden könnte.

So vorbereitet könnt ihr euren Auszug aus der Kirche oder dem Standesamt dann auch richtig genießen. Lasst euch einfach feiern!

 

 

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